Warum es Forderly gibt
Ein persönlicher Bericht — bewusst getrennt von den belegten Zahlen.
Ich habe eine Photovoltaikanlage bestellt und eine Anzahlung geleistet. Geliefert wurde nichts, gebaut wurde nichts. Der Betrag lag im mittleren vierstelligen Bereich; mit Anwalts- und Gerichtskosten sowie den inzwischen aufgelaufenen Zinsen ist daraus eine fünfstellige Forderung geworden.
Bis zum Titel lief es gut. Ich hatte eine Rechtsschutzversicherung, die getragen hat, und einen Anwalt, der die Sache sauber bis zum Vollstreckungstitel gebracht hat. An dieser Stelle hört die Unterstützung praktisch auf.
Danach passierte über Monate wenig. Ich habe nachgefragt, immer wieder, und immer nur dann bewegte sich etwas. Ich habe über zehn Kanzleien in der Region angeschrieben und um Übernahme der Vollstreckung gebeten. Keine wollte den Fall. Ich habe bei Inkassodienstleistern angefragt und Angebote bekommen, bei denen ein erheblicher Teil der Forderung beim Dienstleister geblieben wäre.
Lange habe ich das für Desinteresse gehalten. Es ist etwas anderes. Für die Zwangsvollstreckung sieht die Gebührenordnung eine 0,3-Verfahrensgebühr vor, bei kleinen Beträgen mindestens fünfzehn Euro. Wer davon leben muss, kann sich diesen Teil der Arbeit schlicht nicht leisten. Und der Inkassomarkt ist auf Masse bei Kleinbeträgen gebaut: Zwei Drittel der dort bearbeiteten Forderungen liegen unter hundert Euro. Ein einzelner Titel über mehrere tausend Euro ist dort ein Sonderfall und wird als Sonderfall bepreist.
Der Teil, der mich am meisten beschäftigt hat: Die Anwalts- und Gerichtskosten für die Erwirkung des Titels lagen ungefähr in der Höhe der Forderung selbst. Rein rechnerisch wäre es für die Versicherung etwa gleich teuer gewesen, mir den Schaden einfach zu ersetzen. So funktioniert das System nicht, und das ist auch in Ordnung. Aber es zeigt, wie viel Aufwand in einen Titel fließt, der danach in einer Schublade liegt.
Also habe ich mir den Rest selbst beigebracht. Welches Formular wohin geht, was beiliegen muss, was der Gerichtsvollzieher ermitteln darf, wann eine Vermögensauskunft wiederholt werden kann. Das ist alles öffentlich, aber es ist verstreut und in einer Sprache geschrieben, die niemand freiwillig liest.
Forderly ist der Versuch, dieses Wissen in ein Werkzeug zu gießen. Es verwaltet deine Titel, rechnet die Zinsen tagesgenau mit, merkt sich die Fristen und bereitet die Formulare vor. Es tritt nicht an deine Stelle, kauft dir nichts ab und behält nichts ein. Du bleibst Gläubiger.
Und eine Rechtsberatung ist es ausdrücklich nicht. Was in deinem konkreten Fall sinnvoll ist, entscheidest du — oder eine Anwältin.
Die Datenlage dazu: Was eine Vollstreckung wirklich bringt — die Zahlen