Sicherheit: wie Forderly speichert, schützt und rechnet

Was mit deinen Daten geschieht und warum die Zahlen stimmen, offen erklärt. Stand: 6. September 2026.

Forderly ist ein Werkzeug, mit dem Privatgläubiger und kleine Betriebe ihre Vollstreckungstitel verwalten: Forderungskonto, Zinsen, Kosten, Maßnahmen, Formulare. Titel und Schuldnerdaten sind vertraulich. Diese Seite beschreibt, wie das Werkzeug damit umgeht — für alle, die wissen wollen, wo ihre Daten liegen, wer sie lesen kann und warum die Zahlen stimmen.

Verschlüsselung und Speicherung

Zwei Schlüsselstufen

Ein Hauptschlüssel liegt als Datei außerhalb des Webverzeichnisses, nie in der Datenbank. Für jede Organisation — bei privater Nutzung das Konto selbst, bei Teams der gemeinsame Betrieb — gibt es einen eigenen Datenschlüssel, der mit dem Hauptschlüssel verschlüsselt gespeichert wird. Titel, Schuldner, Gläubigerdaten und hochgeladene Dokumente — also auch Anschrift und Bankverbindung — werden mit diesem Datenschlüssel verschlüsselt (XChaCha20-Poly1305 über libsodium); Name und E-Mail-Adresse eines Kontos schützt ein persönlicher Schlüssel. Jeder verschlüsselte Block ist an Organisation und Datensatz gebunden; er lässt sich nicht in eine andere Zeile verschieben, ohne dass die Entschlüsselung fehlschlägt. Ein Abzug der Datenbank allein ist damit wertlos.

Konto und Anmeldung

Das Passwort wird nur als Argon2id-Hash gespeichert und ist auch für den Betreiber nicht lesbar. Name und E-Mail-Adresse liegen verschlüsselt vor; für die Anmeldung gibt es einen pseudonymen Suchwert der Adresse (HMAC mit eigenem Geheimnis). Sitzungen laufen auf dem Server; das Cookie trägt nur eine Zufallskennung, in der Datenbank steht deren Hash. Nach fünf Fehlversuchen ist ein Konto für 15 Minuten gesperrt. Beim Passwortwechsel enden die Sitzungen aller anderen Geräte.

Was im Klartext bleibt

Zeitstempel, die Art eines Datensatzes (Titel, Schuldner, Gläubigerdaten) und ein Ereignisprotokoll ohne Inhalte — Anmeldung, Fehlversuch, Änderung —, in dem IP-Adressen nur als Hash stehen und das nach 90 Tagen gelöscht wird. Für die Erinnerung an Fristen — Wiedervorlagen und die aus Titel und Maßnahmen berechneten Fristen wie Verjährung oder erneute Vermögensauskunft — werden Datum, Art, Erinnerungsstufe und ein Schlüssel aus Art und zufälliger Kennung der Maßnahme im Klartext geführt, sonst nichts: So findet der tägliche Lauf die fälligen Termine, ohne einen Datensatz zu öffnen. Erst für die Nachricht selbst entschlüsselt er Adresse, Vorname und den betroffenen Titel — und schickt sie nur an eine bestätigte Adresse, je Frist und Stufe einmal (Fristen und Verjährung).

Wo die Daten liegen

Auf Servern der Hetzner Online GmbH in Deutschland, mit Auftragsverarbeitungsvertrag. Die Verbindung zur Datenbank ist verschlüsselt, die Seite ist nur über HTTPS erreichbar. Es werden keine fremden Schriften, Skripte oder Bilder nachgeladen; die Inhaltsrichtlinie des Browsers (CSP) lässt das gar nicht zu. Einzige Ausnahme ist die Reichweitenmessung von Cloudflare, die ohne Cookies auskommt.

Konto löschen, Daten mitnehmen

Die Fallmappe gibt jeden Titel vollständig aus, jederzeit. Das Konto löschst du selbst im Portal; damit verschwinden Titel, Schuldner, Dokumente, Fristen und Sitzungen. Nur ausgestellte Rechnungen bleiben acht Jahre archiviert, wie es § 147 AO verlangt — ohne Bezug zu Titeln oder Schuldnern.

Datenmodell nach dem Standard der Justiz

Die Justiz tauscht strukturierte Daten im Standard XJustiz aus. Sein Fachmodul Zwangsvollstreckung beschreibt genau die drei amtlichen Formulare, die Forderly abbildet: den Vollstreckungsauftrag an den Gerichtsvollzieher, den Antrag auf richterliche Durchsuchungsanordnung und den Antrag auf Pfändungs- und Überweisungsbeschluss. Ab dem 1. Januar 2027 darf der Pfändungsantrag als solcher Datensatz eingereicht werden, und der Datensatz ist dann maßgeblich.

Deshalb hält Forderly alles in der Körnung dieses Standards: Anschriften in Straße, Hausnummer, PLZ, Ort und Land; Personen mit Anrede, Vor- und Nachname; Organisationen mit Rechtsform und Registereintrag; Titel mit der amtlichen Titelart; Kostenpositionen mit ihrer Kostenart; Gerichte mit ihrer XJustiz-Kennung. Jeder Auftrag und Antrag ist ein Datensatz in der Gliederung des Formulars — die Ausfüllhilfe, die Forderungsaufstellung und die XML-Ausgabe entstehen aus derselben Quelle.

Die Liste der 654 Amtsgerichte mit Anschrift und XJustiz-Kennung stammt aus dem offenen Datensatz „Deutschland: Amtsgerichte“ des Justizportals des Bundes und der Länder (Datenlizenz Deutschland – Zero) und der XJustiz-Codeliste der Gerichte. Welches Gericht für einen Ort zuständig ist, bestimmt Forderly aus dem Gemeindeverzeichnis GV100AD des Statistischen Bundesamtes (Datenlizenz Deutschland – Namensnennung 2.0, Gebietsstand 31.08.2026): Es führt zu jeder der rund 10.750 Gemeinden den Amtsgerichtsbezirk. So landet Taunusstein beim Amtsgericht Bad Schwalbach und Hofheim am Taunus beim Amtsgericht Frankfurt am Main, obwohl keiner der beiden Orte ein eigenes Gericht hat. Wo eine Stadt mehrere Amtsgerichte mit Bezirken nach Stadtteilen hat (Berlin, Hamburg, Bremen, Essen, Duisburg, Herne, Mönchengladbach, Karlsruhe, Stuttgart), entscheidet eine Tabelle je Postleitzahl, die Forderly einmalig aus dem Orts- und Gerichtsverzeichnis der Justiz abgefragt hat — wo Bezirke straßengenau geschnitten sind (Hamburg, Stuttgart, Teile Berlins), auch je Straße und Hausnummer. Aus derselben Abfrage stammen die aktuellen Anschriften und Postanschriften der Gerichte und die Fälle, in denen die Gerichtsvollzieher-Verteilerstelle bei einem anderen Amtsgericht sitzt. Verbindlich bleibt das Orts- und Gerichtsverzeichnis der Justiz, das aus dem Portal heraus mit der Postleitzahl vorbelegt aufgerufen wird.

Rechnen im Browser

Der Rechenkern läuft vollständig im Browser. Der Server bekommt die Forderungen nur als verschlüsselten Block und rechnet nichts aus. Das Forderungskonto zählt Zinsen tagesgenau, teilt den Zeitraum an jedem Jahreswechsel und an jeder Änderung des Basiszinssatzes und verrechnet Zahlungen in der Reihenfolge des § 367 BGB: erst Kosten, dann Zinsen, dann Hauptforderung (Wie eine Zahlung verrechnet wird). Zinseszinsen gibt es nicht (§ 289 BGB), Kosten der Zwangsvollstreckung laufen nach § 788 ZPO als unverzinste Positionen mit.

Die Tabelle der Basiszinssätze reicht bis 2002 zurück und ist gegen die Veröffentlichungen der Deutschen Bundesbank geprüft. Jede Änderung am Rechenkern läuft gegen 28 von Hand nachgerechnete Prüffälle, bevor sie online geht.

Kein Geld des Schuldners über Forderly

Die Bankverbindung in den Gläubigerdaten dient nur einem Zweck: Sie wird in die Formulare übernommen, damit Gerichtsvollzieher und Drittschuldner eingezogene Beträge dorthin überweisen. Forderly bucht nichts ab, zieht keine Gebühren vom Erlös ein und gibt die Bankverbindung an niemanden weiter. Das Feld kann leer bleiben; dann wird die Bankverbindung von Hand ins Formular geschrieben. Ein SEPA-Lastschriftmandat für die Kosten des Gerichtsvollziehers ist etwas anderes: Das erteilt der Gläubiger, wenn er will, im amtlichen Formular direkt dem Gerichtsvollzieher.

Bezahlt wird bei Forderly nur die Freischaltung eines Titels. Die Kartenzahlung dafür läuft bei Stripe; Forderly speichert keine Karten- oder Kontodaten und erhält von Stripe nur die Bestätigung, dass gezahlt wurde. Einzelheiten stehen in den Nutzungsbedingungen und der Datenschutzerklärung.

Ein Werkzeug, keine Rechtsberatung. Forderly erfasst, was in deinen Unterlagen steht, rechnet nach den gesetzlichen Regeln und stellt Formulare zusammen. Welche Maßnahme in deiner Lage sinnvoll ist, entscheidest du — im Zweifel hilft eine Rechtsanwältin oder ein Rechtsanwalt weiter. Einzelheiten zum Umgang mit personenbezogenen Daten stehen in der Datenschutzerklärung.

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